Die Erde von der Internationalen Raumstation aus betrachtet. (c) NASA

[time] Letzte Änderung: 26.9.2018 um 15:18 Uhr     [print] Druckversion

Altersbestimmung des Universums

Nehmen wir die Bibel beim Wort, so sind Himmel und Erde innerhalb von sechs Tagen erschaffen worden, und zwar vor maximal 6000 Jahren. Dagegen stehen Forschungsergebnisse, die das Alter des Universums mittels Sternspektren-Analyse auf etwa 13,8 Milliarden Jahre datieren. Radiometrische Messmethoden ergeben ferner, dass die Erde selbst etwa 4,5 Milliarden Jahre jung ist.

Für viele ist diese Diskrepanz ein zu gewaltiges Hindernis, als dass sie den simplen Schöpfungsbericht der Bibel akzeptieren könnten. Und da das Buch Genesis für die Logik des Evangeliums äußerst wichtig ist (eine gute Welt, verdorben durch die Sünde, um in der Zukunft wiederhergestellt zu werden), ist es natürlich sehr umstritten. Zu Unrecht – denn die Erde könnte viel jünger sein, als allgemein angenommen wird.

Die Reisezeit des Lichts

Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht innerhalb eines Jahres zurücklegt. Das ist eine wahnsinnig weite Entfernung. Wenn wir nun Sterne betrachten, die mehrere Milliarden Lichtjahre entfernt sind, gehen wir davon aus, dass wir aufgrund der Lichtreisezeit mehrere Milliarden Jahre in die Vergangenheit blicken. Das wiederum setzt voraus, dass das Universum mindestens so alt ist. Wie ich noch zeigen werde, ist diese scheinbar logische Schlussfolgerung jedoch nicht ganz so selbstverständlich, wie manch einer gerne glauben würde.

Rotverschiebung und Blauverschiebung im Spektrum des Lichts.
Rotverschiebung und Blauverschiebung im Spektrum des Lichts.
Um den Abstand von sehr erdnahen Sternen zu bestimmen, kann man sich die Parallaxenverschiebung zunutze machen, das heißt, man misst die Bewegung nahe gelegener Himmels-Objekte vor einem weiter entfernten Hintergrund. Diese Methode wird jedoch mit zunehmender Entfernung schnell unpräzise. Deshalb zerlegt man das Sternenlicht weit entfernter Sterne mit einem Prisma in seine Spektralfarben. Dabei ist fast immer eine Verschiebung des Lichtspektrums zum roten Ende hin zu beobachten; die Lichtwellen sind also gedehnt. Man interpretiert diese Rotverschiebung als eine Art Doppler-Effekt, was bedeuten würde, dass sich die Sterne und Galaxien von uns fortbewegen. Der berühmte Astronom Edwin Hubble stellte zudem fest, dass die Rotverschiebung einer Galaxie größer ist, je weiter sie entfernt ist. Das Universum scheint sich daher mit zunehmender Geschwindigkeit auszudehnen! Trifft das alles zu, könnte der Wert der Rotverschiebung einerseits zur Entfernungsmessung dienen und andererseits ließe er sich bis zu dem Zeitpunkt zurückrechnen, an dem die Galaxien theoretisch ihre Reise begonnen haben. Auf diese Weise gelangt man unvorstellbare 13.800.000.000 Jahre in die Vergangenheit, zum angeblichen Zeitpunkt des Urknalls.

Eine Frage des Paradigmas

Unsere Methoden der Altersbestimmung hängen sehr stark von unserem Paradigma ab: Gehen wir davon aus, dass das Universum ein Produkt des Zufalls ist oder eine zielgerichtete Schöpfung? Für sich genommen ist diese Frage völlig unabhängig vom Alter des Universums, aber sie kann gewaltigen Einfluss darauf haben, welche Ergebnisse unsere Altersbestimmungsmethoden liefern. Denn wenn wir dem Schöpfungsbericht der Bibel glauben, dann ist das Universum in einem extrem kurzen Zeitraum bereits mit dem Anschein von hohem Alter erschaffen worden. Ganz simpel gesagt: Die Erschaffung eines Sterns am Firmament muss auch die Erschaffung all seiner Lichtstrahlen bis zur Erde beinhalten. Diese Lichtstrahlen könnten bereits bei ihrer Erschaffung zum roten Ende des Lichtspektrums hin verschoben gewesen sein. Die Rotverschiebung kann mit diesen Voraussetzungen also überhaupt nicht zur Altersbestimmung verwendet werden.

Man könnte einwenden, dass uns Gott damit täuschen möchte, wenn er uns ein scheinbares Alter vorspielt. Dieser Einwand ist aber unbegründet, weil der Allmächtige durch den Schöpfungsbericht ja gerade sagt, dass er alles in einem erwachsenen Zustand gemacht hat. Alle Dinge, die Gott aus dem Nichts schuf, haben ein scheinbares Alter. Eine andere Möglichkeit gibt es gar nicht. Dem biblischen Bericht zufolge wurde der erste Mensch Adam auch als erwachsener Mann erschaffen. Er hatte ein scheinbares Alter von vielleicht 25 Jahren. Im Paradigma des Schöpfungsmodells muss die Sternspektren-Analyse also zwangsläufig falsche Ergebnisse liefern. Darüber hinaus dürfen wir einen sehr wichtigen Grundsatz nicht vergessen, wenn wir über die ersten Stunden des Universums nachdenken:

Alles ist relativ

Die Zeit auf der Internationalen Raumstation (ISS) geht langsamer. In einem Zeitraum von sechs Monaten müssen Uhren auf der Raumstation um 0,007 Sekunden vorgestellt werden. Damit GPS-Satelliten richtig funktionieren, müssen sie die Krümmung der Raumzeit einberechnen. (c) NASA
Die Zeit auf der Internationalen Raumstation (ISS) geht langsamer. In einem Zeitraum von sechs Monaten müssen Uhren auf der Raumstation um 0,007 Sekunden vorgestellt werden. Damit GPS-Satelliten richtig funktionieren, müssen sie die Krümmung der Raumzeit einberechnen. (c) NASA
Seit Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie und ihrer experimentellen Absicherung wissen wir, dass Zeit keine Konstante ist. Licht im Vakuum breitet sich für jeden Beobachter immer mit der gleichen Geschwindigkeit aus, auch wenn es von Gravitationsfeldern von seinem Kurs abgebracht wird und sogar dann, wenn man versucht, das Licht "einzuholen". Es wird sich auch aus der Sicht des Verfolgers mit konstanter Geschwindigkeit entfernen, während die Zeit abgebremst wird. Uhren, die sich mit verschiedenen Geschwindigkeiten bewegen, ticken deshalb unterschiedlich schnell. Ein Raumfahrer, der eine Reise mit annähernder Lichtgeschwindigkeit unternimmt, wird nach seiner Rückkehr kaum gealtert sein, während die Knochen seiner Freunde auf der Erde längst verwest sind. (Dieser Effekt heißt Zeitdilatation.) Könnte sich ein Objekt mit 100% der Lichtgeschwindigkeit bewegen, würde die Zeit um das Objekt herum mit unendlicher Geschwindigkeit ablaufen (die Lebensdauer des Universums wäre also in einem einzigen Augenblick vorbei) und der Raum würde sich so stark verzerren, dass sich das Objekt quasi an allen Orten seiner Lebensgeschichte zugleich befände. So ähnlich erscheint die Welt wohl aus Sicht eines Photons (Licht-Teilchens).[1] Da Zeit relativ ist, kann man auch nicht absolut festlegen, ob zwei Ereignisse gleichzeitig stattfinden. Man kann lediglich ihren Abstand voneinander im vierdimensionalen Raum-Zeit-Kontinuum messen. Anhand dieser Gesetzmäßigkeiten wird deutlich, wie anmaßend es im Grunde ist, Theorien über Gottes Werk am Anfang des Universums aufzustellen.

Weiterhin darf man nicht vergessen, dass vor der Schöpfung alle Naturkonstanten und physikalischen Gesetze noch nicht existierten und erst im Verlauf der sechs "Tage" festgelegt worden sein müssen. Das betrifft beispielsweise die Temperatur, die Geschwindigkeit des Lichts und natürlich auch die Zeit. In der Tat lässt sich aus den folgenden biblischen Zeilen die Einsetzung der Zeit indirekt ablesen:

Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde. Die Erde aber war wüst und leer, und es lag Finsternis auf der Tiefe; [...] Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht. [...] Und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: der erste Tag.
– Genesis Kapitel 1,1-5

Erst der Wechsel von Tag und Nacht bietet eine Möglichkeit, Zeitabstände zu messen. Die ersten drei Schöpfungstage (d.h. auch die Erschaffung der Atmosphäre, der Ozeane und der Pflanzen) können gar keine "Tage" im Sinne einer Erdrotation um die Sonne gewesen sein, da die Sonne noch nicht existierte! Die Himmelskörper hat Gott erst am vierten "Tag" erschaffen. Wie auch immer man diesen Schöpfungsbericht verstehen mag, eines ist sicher: Unser alltägliches Verständnis von Zeit hatte während der Schöpfung schlichtweg keine Bedeutung.

Gott hat die Raumzeit von "außerhalb"[2] erschaffen und ist schon deshalb nicht ihren physikalischen Einschränkungen unterworfen. Während der Schöpfung könnten alle Arten von Schwerkraft- und somit Zeiteffekten gewirkt haben, was heute wohl selbst mit modernster Technologie schwer nachvollziehbar wäre. (Auch das Wort "modern" ist ein sehr relativer Begriff.) Das ganze Universum könnte also durchaus in der Zeitspanne von sechs Erdrotations-Tagen erschaffen worden sein, gemessen mit Uhren auf der Erde, während gleichzeitig genug "Zeit" (gemessen mit galaktischen Uhren) für das Licht zur Verfügung gestanden hätte, um uns aus einer Entfernung von Milliarden Lichtjahren zu erreichen.[3] Der Physiker Dr. Russell Humphreys weist außerdem darauf hin, dass das Licht seine Reise zu einer Zeit begonnen haben könnte, als die Galaxien viel dichter beieinander und kleiner waren.[4] Das Universum könnte sich auch danach in sehr kurzer Zeit auf seine heutige Größe "aufgebläht" haben. Welch hübsche Analogie:

"Ich bin der Herr, der alles vollbringt - ich habe die Himmel ausgespannt, ich allein, und die Erde ausgebreitet durch mich selbst ..."
– Prophet Jesaja, Kapitel 44,24

Für die weiteren Überlegungen ist folgende Feststellung unheimlich wichtig: Die Frage nach dem Alter des Universums hat nichts mit der Frage zu tun, ob das Universum grundsätzlich erschaffen wurde. In diesem Artikel geht es nicht um die Frage, ob das Universum erschaffen wurde, sondern nur wann und wie es geschehen ist. Zur Debatte stehen die 6.000 Jahre des biblischen Schöpfungsberichts, nicht die Schöpfung an sich. Also: Kann es wirklich sein, dass Erde und Menschheit viel jünger sind, als wir denken?

Steinalte Erde: Radiometrische Messmethoden

Was die Erde betrifft, basiert das hohe Alter auf den Messungen der Zerfallsprodukte von radioaktiven Isotopen in magmatischem Gestein. Isotope sind "Atom-Arten" eines bestimmten Elementes, die gleich viele Protonen haben, aber unterschiedlich viele Neutronen. Die populärsten radiometrischen Messmethoden sind wohl die Uran-Blei-Datierung und die Kalium-Argon-Datierung.

Die radiometrischen Messmethoden funktionieren nach dem Prinzip einer Sanduhr, jedoch mit einigen ungewissen Variablen.
Die radiometrischen Messmethoden funktionieren nach dem Prinzip einer Sanduhr, jedoch mit einigen ungewissen Variablen.
Das radioaktive Uran-238 zerfällt mit einer Halbwertszeit von ca. 4,5 Milliarden Jahren in das stabile Tochter-Isotop Blei-206. Die Halbwertszeit ist die Zeit, die beim radioaktiven Zerfall verstreicht, bis die Hälfte des radioaktiven Materials zerfallen ist. Aus dem Verhältnis von Uran-238 zu Blei-206 lässt sich also errechnen, wie viel vom ursprünglich vorhandenen Uran schon zerfallen ist. Vereinfacht gesagt: Je mehr Blei-206 in einer Probe gemessen wird, desto älter ist wahrscheinlich das Gestein. Alle radiometrischen Messmethoden funktionieren nach diesem Prinzip, auch wenn die Berechnungen in der Realität wesentlich vielschichtiger und komplexer sind. Damit radiometrische Messungen sinnvoll interpretiert werden können, müssen zwei Dinge vorausgesetzt werden:

Erstens muss die Halbwertszeit des zu messenden Gesteins während der gesamten Zerfallszeit konstant geblieben sein, und zweitens darf das Gestein keine Verunreinigungen aufweisen, sondern muss zu jeder Zeit seiner Geschichte ein geschlossenes System gewesen sein.

Obwohl es Möglichkeiten gibt, diese Voraussetzungen in einem gewissen Rahmen zu überprüfen, gibt es auch zahlreiche Argumente dafür, dass beide Annahmen in der Realität nicht gegeben sind. Datierungen, die aufgrund des radioaktiven Zerfalls vorgenommen worden sind, können deshalb vom wahren Alter abweichen – nicht nur um wenige Jahre, sondern um mehrere Größenordnungen. Darauf werde ich in den folgenden Abschnitten näher eingehen.

Beschleunigter radioaktiver Zerfall

Die Entdeckung relativ großer Mengen von Helium in Zirkon-Kristallen lässt darauf schließen, dass es in der Vergangenheit eine Zeit stark beschleunigten nuklearen Zerfalls gab. Diese Zirkone, die in Biotit (einem Bestandteil von Granit) vorkommen, wurden aus großer Tiefe geborgen und mit der Uran-Blei-Methode auf ein Alter von rund 1,5 Milliarden Jahren datiert. Wenn in solchen Kristallen radioaktives Uran zu Blei zerfällt, wird dabei Helium freigesetzt, das sich normalerweise relativ schnell verflüchtigt. In den gemessenen Kristallen waren aber noch signifikante Mengen Helium vorhanden, was eigentlich unmöglich ist, wenn die Kristalle tatsächlich viele Millionen Jahre alt sind.[5]

Mikroskop-Aufnahme eines Polonium-Strahlungshofs (Radiohalo) in einem Biotit-Splitter. (c) Dr. Andrew Snelling
Mikroskop-Aufnahme eines Polonium-Strahlungshofs (Radiohalo) in einem Biotit-Splitter. (c) Dr. Andrew Snelling
Beim Zerfallsprozess in den Zirkonen können die daraus entstehenden Tochter-Atome und Alphateilchen die umgebende Kristallstruktur beschädigen. Dabei entstehen so genannte Spaltspuren und Strahlungshöfe, die ab einer gewissen Temperatur (beim Biotit etwa 150 Grad Celsius) wieder verschwinden. Die ungewöhnlich hohe, noch vorhandene Menge an Spaltspuren und Strahlungshöfen in den Zirkonen und dem umgebenden Biotit weist darauf hin, dass sie einst einer Periode extrem verstärkten nuklearen Zerfalls ausgesetzt waren.[6]

Zuletzt wurden Experimente durchgeführt, bei denen radioaktives Material stark erhitzt wurde. Dabei haben sich die Halbwertszeiten tatsächlich verändert.[7] Es gibt auch Berichte davon, dass Wissenschaftler erfolgreich alle 187 Elektronen von radioaktiven Rhenium-Atomen entfernen konnten, wodurch der Atomkern (Nukleus) den Einwirkungen der Umgebung schutzlos ausgeliefert wurde. Daraufhin sank die Halbwertszeit des Rheniums von 42 Millionen Jahren auf nur 33 Jahre.[8] Prinzipiell ist eine derart dramatische Änderung also möglich, auch wenn es unter "normalen" Bedingungen in der Natur nicht geschieht.

Wie erkennt man offene Systeme?

Damit das Alter eines Gesteins korrekt berechnet werden kann, dürfen während der gesamten Zeit seiner Geschichte keine fremden Isotope in das Gestein eingedrungen oder daraus entwichen sein, d.h. die Gesteinsprobe muss ein geschlossenes System sein. Ferner muss man voraussetzen, dass bei der Bildung des Gesteins noch keine Tochter-Isotope darin vorhanden waren, die aus anderen Elementen zerfallen sind. Davon kann man aber nicht ohne Weiteres ausgehen. Beim Zerfall von Uran-238 zu Blei-206 muss man beispielsweise bedenken, dass noch 52 andere Elemente mit wesentlich geringeren Halbwertszeiten ebenfalls zu Blei-206 zerfallen. Das bedeutet, eine große Menge Blei-206 könnte in relativ kurzer Zeit entstanden sein, würde aber den Eindruck extrem hohen Alters erwecken.

Um dieser Problematik zu begegnen, kann man eine Gesteinsprobe in ihre Mineral-Bestandteile zerlegen und für jedes Mineral (Quarz, Biotit, Magnetit, ...) die darin enthaltenen Isotopenverhältnisse messen. Die Menge an Mutter-Isotopen (z.B. Rubidium-87) unterscheidet sich in diesen Mineralien, weil jedes Mineral eine andere Neigung oder Anziehung zu den Isotopen hat. In jedem Mineral zerfallen also unterschiedlich große Mengen Mutter-Isotope. Deshalb lässt sich aus den Isotopen-Verhältnissen in den verschiedenen Mineralien des selben Gesteins ein so genanntes Konkordia-Diagramm zeichnen, aus dem abgeleitet werden kann, wie viele Tochter-Isotope wahrscheinlich bereits zum Zeitpunkt der Kristallisation im Gestein vorhanden waren. Diese so genannten initialen oder primordialen Tochter-Isotope müssen dann von der Gesamtmenge der Tochter-Isotope subtrahiert werden, um die Menge der radiogenen, d.h. durch Zerfall entstandenen Isotope zu erhalten.

Die Datenpunkte, die die Isotopenverhältnisse in den einzelnen Mineralien im Konkordia-Diagramm angeben, müssten theoretisch alle auf einer Kurve liegen, der namensgebenden Konkordia. Falls einige Datenpunkte nicht auf dieser Linie liegen, sind sie diskordant. In diesem Fall sind wahrscheinlich Isotope von außen in die Probe eingedrungen oder daraus entwichen. So lässt sich überprüfen, ob ein Gestein ein geschlossenes System war oder nicht. Bis zu einem gewissen Grad lassen sich etwaige Verunreinigungen zwar analysieren und herausrechnen, aber in jedem Fall müssen diskordante Isochron-Kurven sehr kritisch betrachtet werden. Um so beeindruckender ist es, wenn aus einer Messreihe eine konkordante Isochron-Kurve resultiert, d.h. wenn die Messung der unterschiedlichen Mineralien desselben Gesteins alle das selbe Alter ergeben. Das ist das Hauptargument dafür, dass die radiometrischen Messmethoden korrekt funktionieren. Aber ist das wirklich so?

Widersprüchliche Isochron-Kurven

Um die Zuverlässigkeit der Isochron-Methode zu testen, haben der Geologe Dr. Andrew Snelling und sein Team insgesamt 10 Gesteine aus unterschiedlichen geologischen Schichten und von verschiedenen Fundstellen aus aller Welt datiert.[9] Zur Anwedung kamen 4 verschiedene Isochron-Messmethoden: Kalium-Argon-Datierung, Rubidium-Strontium-Datierung, Samarium-Neodym-Datierung und die Blei-Blei-Datierung. Für jede Probe und jede Messmethode wurden zwischen 4 und 27 Einzelmessungen der Mineralbestandteile durchgeführt. Zum Teil wurden auch bereits vorhandene Messergebnisse aus der Fachliteratur zu Rate gezogen.

Eine gründliche Analyse hat ergeben, dass die Messungen der einzelnen Mineral-Bestandteile mit der gleichen radiometrischen Messmethode in den meisten Fällen im Rahmen einer gewissen Standardabweichung übereinstimmen. Das spricht für die Zuverlässigkeit der radiometrischen Messmethoden. Für einige Messungen mit der Kalium-Argon-Methode ließen sich keine statistisch verwertbaren Isochron-Kurven zeichnen, da die Datenpunkte zu weit auseinander lagen. Das Bedeutet, die Kalium-Isotope müssen besonders stark kontaminiert worden sein; das Gestein war vermutlich kein geschlossenes System. Jedoch hat sich auch gezeigt, dass die Messmethoden für das selbe Gestein untereinander zum Teil enorm voneinander abweichen. Beispielsweise wurde eine der Proben (das Brahma Amphibiolit aus dem Grand Canyon) mit der Rubidium-Strontium-Methode auf 840 Millionen Jahre datiert und mit der Blei-Blei-Methode auf sagenhafte 1,864 Milliarden Jahre. Das ist eine Diskrepanz von 122 Prozent!

Auffallend ist auch, dass die Messmethoden, deren Mutter-Isotope beim Zerfall Beta-Strahlen emittieren (Kalium-Argon und Rubidium-Strontium), für das selbe geologische Ereignis deutlich höhere Alterswerte ausgeben als die Messmethoden, die beim Zerfall Alpha-Strahlen abgeben (Samarium-Neodym und Uran-Blei). Schwere Isotope neigen außerdem dazu, höhere Alterswerte auszugeben als leichtere Isotope. Das impliziert, dass Alpha-Strahler in der Vergangenheit womöglich in einer anderen Rate zerfallen sind als Beta-Strahler, im Vergleich zu heutigen Zerfallsraten. Falls die Zerfallsraten aber grundsätzlich nicht konstant sind, kann man sich auf alle Messungen, die darauf basieren, nicht verlassen.

Der Mount Ngauruhoe (c) Guillaume Piolle
Der Mount Ngauruhoe (c) Guillaume Piolle
Besonders eindrücklich war das Messergebnis eines Andesit-Gesteins von dem aktiven Vulkan Mount Ngauruhoe in Neuseeland. Der Berg ist durch die Filmtrilogie Herr der Ringe bekannt geworden als der Schicksalsberg. Es ist bekannt, dass der Andesit erst um das Jahr 1950 gebildet wurde. Jedoch hat die Rubidium-Strontium-Datierung hier ca. 133 Millionen Jahre angegeben, die Samarium-Neodym-Datierung ca. 197 Millionen Jahre und die Blei-Blei-Methode unglaubliche 3,908 Milliarden Jahre. Ähnlich astronomische Alter wurden auch für andere neuzeitliche Basalt-Gesteine auf Hawaii berechnet.[10][11] Es kommt also regelmäßig vor, dass diese jungen Gesteine uralte Radioisotop-Signaturen in sich tragen, die sie vermutlich beim Aufschmelzen von ihrer Quelle im Erdmantel oder der Erdkruste geerbt haben.

Der Mount Ngauruhoe als "Schicksalsberg" in der Filmtrilogie "Herr der Ringe" von Peter Jackson.
Der Mount Ngauruhoe als "Schicksalsberg" in der Filmtrilogie "Herr der Ringe" von Peter Jackson.
Noch bevor magmatisches Gestein aus dem Erdmantel als Lava an die Erdoberfläche tritt und dort erstarrt, bahnt es sich seinen Weg durch die Erdkruste. Dabei wird das umgebende Krusten-Material geschmolzen und kann durch das Magma aufgenommen werden. Darüber hinaus können sich auch heiße Untergrund-Flüssigkeiten und -Gase mit der Magma vermischen. In beiden Fällen werden radioaktive Isotope mit der Magma ausgetauscht, sodass zum Zeitpunkt des Erstarrens womöglich viel mehr oder weniger Radioisotope im Gestein vorhanden waren, als bei der Messung angenommen wird. Das errechnete Alter könnte dann viel zu hoch sein als es in Wahrheit ist.

Abschließend stellt sich natürlich die Frage, ob alle anderen Gesteinsschichten aus älteren geologischen Epochen nicht auch völlig irritierende Isotop-Signaturen aus dem Erdinneren in sich tragen. Sollte das zutreffen, müsste man bei allen geologischen Formationen davon ausgehen, dass sie viel jünger sind, als es scheint.

Die Radiokarbon-Methode

Bei der Radiokarbon-Datierung wird der Gehalt von radioaktivem Kohlenstoff (C-14) in toten Lebewesen gemessen. Sobald ein Lebewesen stirbt, nimmt es normalerweise kein C-14 mehr auf und das vorhandene C-14 zerfällt mit einer Halbwertszeit von 5.730 Jahren. Je geringer also die C-14-Konzentration in einem Lebewesen ist, desto länger ist es schon tot. Sehr altes fossiles Material würde aber so wenig C-14 enthalten, dass es messtechnisch nicht mehr nachweisbar ist. Die Methode eignet sich deshalb grundsätzlich nur für Proben, die jünger sind als ca. 60.000 Jahre. Auch bei dieser Methode geht man von einer Annahme aus, die nicht nachgewiesen werden kann: Nämlich, dass der Kohlenstoffgehalt in der Atmosphäre damals genau so hoch war wie heute. Im Buch Genesis der Bibel findet man aber deutliche Hinweise darauf, dass die atmosphärischen Bedingungen vor der großen Flut völlig anders waren: Damals, so der Bericht, war die Erde von einem atmosphärischen Wasser-Mantel umspannt,[12] dessen Einfluss auf die C-14-Produktion immens gewesen sein müsste.

In fossilem Material, das beispielsweise mit der Uran-Blei-Methode auf viele Millionen Jahre datiert wurde, dürfte überhaupt kein messbares C-14 mehr vorhanden sein. Über einen so langen Zeitraum müsste der radioaktive Kohlenstoff mit seiner relativ kurzen Halbwertszeit längst vollständig zerfallen sein. Die C-14-Methode wird deshalb in der säkularen Wissenschaft beispielsweise für Dinosaurierknochen gar nicht erst angewendet. Man setzt schließlich voraus, dass diese Knochen extrem alt sind und dass die C-14-Methode deshalb sowieso keine brauchbaren Ergebnisse liefern würde. Aber gerade das bietet einen interessanten Ansatzpunkt für Wissenschaftler, die nicht von der Prämisse einer extrem alten Erde befangen sind.

in der Fachliteratur findet man immer wieder Berichte davon, dass in organischem Material, das viele Millionen Jahre alt sein sollte, auch C-14 gemessen wurde. Das beinhaltet beispielsweise Fossilien, versteinertes Holz, Muscheln oder Kohle. Meistens wurde das Vorhandensein des radioaktiven Kohlenstoffs durch Verunreingungen während des Messvorgangs erklärt. Um der Sache auf den Grund zu gehen, haben der amerikanische Geophysiker Dr. John Baumgardner und Kollegen zehn verschiedene Kohle-Proben auf C-14 getestet. Drei davon stammten aus dem Känozoikum (Erdneuzeit) und sollten ca. 30-50 Millionen Jahre alt sein, drei waren aus dem Mesozoikum (Erdmittelalter) und sollten ca. 65-145 Millionen Jahre alt sein, und vier Proben aus dem Paläozoikum (Erdaltertum) sollten etwa 300 Millionen Jahre alt sein. Für die Messung kam eine neuartige Technik zum Einsatz, die so genannte Beschleuniger-Massenspektrometrie (AMS). Das Ergebnis war eindeutig: In allen zehn Proben konnte C-14 nachgewiesen werden.[13] Das Vorhandensein von radioaktivem Kohlenstoff in "uraltem" organischen Material ist keine Ausnahme, sondern die Regel.

Die Orapa Diamanten-Mine in Botswana. Zwei der Proben stammen aus dieser Grube.
Die Orapa Diamanten-Mine in Botswana. Zwei der Proben stammen aus dieser Grube.
Die bereits genannten Forscher haben daraufhin einen weiteren, unkonventionellen Versuch gewagt und die C-14-Methode bei Diamanten angewendet. Das Alter von Diamanten wird durch die radiometrischen Langzeit-Uhren mit mehreren Milionen Jahren angegeben, teilweise sogar Milliarden. Wenn das stimmt, darf in Diamanten nicht die geringste Spur von radioaktivem Kohlenstoff auffindbar sein. Im Rahmen eines aufwändigen Experiments wurden zwölf verschiedene Diamanten aus fünf verschiedenen Fundorten analysiert, und das Ergebnis war verblüffend: Wiederum zeigten alle Proben nachweisbare Spuren von C-14.[14] Soweit bekannt ist, war das das erste Mal, dass C-14-Messungen an Diamanten durchgeführt wurden. Das bedeutet, diese Diamanten können nicht älter sein als ca. 60.000 Jahre. Einige Kritiker möchten diese Ergebnisse gern mit Verunreinigungen erklären, doch das ist bei Diamanten extrem unwahrscheinlich. Diamanten sind eine kristallisierte Form reinen Karbons und die härteste natürliche Substanz auf Erden. Deshalb sind sie extrem widerstandsfähig gegenüber chemischer Veränderung oder Kontaminierung.

Die Ergebnisse der Radiokarbon-Datierung sind also eine starke Stütze für die Weltsicht einer jungen Erde und stellen die radiometrischen Langzeit-Uhren vor große Schwierigkeiten. Will man diese Messmethoden tatsächlich unvoreingenommen überprüfen, sollte man ihre Resultate nicht untereinander vergleichen, sondern muss sie mit denen der nichtradiometrischen Methoden eichen. Macht man das in Bezug auf das Alter der Erde, so fällt auf, dass viele der nichtradiometrischen Methoden ein wesentlich geringeres Erdalter ergeben. Das bedeutet, dass die radiometrischen Langzeit-Uhren wahrscheinlich einen systematischen Fehler enthalten und die Ergebnisse der konventionell interpretierten Radiometrie kritisch betrachtet werden sollten. In den folgenden Abschnitten werde ich auf einige Methoden der Altersbestimmung eingehen, die ohne radioaktiven Zerfall funktionieren.

Schnelle Ablagerung der Gesteinsschichten

Ein polystrater Baumstamm, gefunden und fotografiert in Nordamerika
Ein polystrater Baumstamm, gefunden und fotografiert in Nordamerika
Wo die radiometrischen Uhren für die Bildung einer bestimmten Gesteinsschicht 60 Millionen Jahre anzeigen (beispielsweise im Karbon), kann man feststellen, dass die Sedimentation (Ablagerung) dieser Schicht auch innerhalb weniger Jahre möglich ist. Die meisten Leute meinen, dass viele Millionen Jahre nötig seien, um all die Gesteinsschichten abzulagern, die wir auf der Erdoberfläche finden. Einen Beweis für schnelle Ablagerung bilden jedoch die polystraten Stämme; das sind Baumstämme, die durch mehrere Sedimentations-Schichten hindurchgehen. Wären diese Schichten langsam, also innerhalb von vielen Tausend Jahren abgesetzt worden, so wären die Baumstämme längst verfault und verfallen, bevor sie vollständig eingebettet werden konnten. In der Karbonformation sind polystrate Stämme und Kreuzschichtung nicht selten, sondern üblich.[15] Das bedeutet, dass die Karbonformation sehr schnell, also innerhalb weniger Jahre, entstanden sein muss und nicht Millionen Jahre dazu brauchte.[16]

Aktualismus und Katastrophismus

Die Lehre des Aktualismus besagt, dass in der Vergangenheit ähnliche Prozesse abgelaufen sind, wie wir sie heute noch beobachten. So misst man die Materialmenge, die heute pro Jahr an bestimmten Stellen auf dem Meeresgrund abgelagert wird, und schätzt danach die Zeit, die zum Aufbau der gesamten Schichten notwendig war. Eine Kalkschicht von einem Meter Dicke abzulagern, würde unter den heutigen Umweltbedingungen ca. 40.000 Jahre dauern. Dabei muss man jedoch bedenken, dass der Zerfall von toten Lebewesen eine Angelegenheit von Wochen, Monaten, bestenfalls von ein paar Jahren ist. Fossilien von Weichteilen und Pflanzen konnten also nur dann entstehen, wenn die Lebewesen so schnell und vollständig verschüttet wurden, dass weder Luft und Wasser noch Bakterien und Aasfresser ihnen etwas anhaben konnten (beispielsweise durch eine Katastrophe). Die meisten Gesteinsschichten, die wir heute vorfinden, enthalten größere oder kleinere Fossilien und wurden demnach in einem entsprechend kurzen Zeitrahmen abgesetzt. Die Ablagerung aller Schichten, in denen versteinerte Lebewesen eingelagert sind, kann nicht Millionen Jahre gedauert haben.[17]

Schnelle Mineralisierung

Haben Mensch und Saurier gemeinsam gelebt? Das Skelett eines Tyrannosaurus Rex vor dem "Museum of the Rockies" der Montana State University, (c) National Geographic
Haben Mensch und Saurier gemeinsam gelebt? Das Skelett eines Tyrannosaurus Rex vor dem "Museum of the Rockies" der Montana State University, (c) National Geographic
In Laborversuchen wurde beobachtet, dass eine teilweise Mineralisierung von Garnelen schon zwei Wochen nach dem Tod einsetzte. Die Mineralisierung von Muskeln betrug nach 8 Wochen bereits 40%. Auch wenn dieser Prozess nicht immer so schnell abläuft, so steht dennoch fest, dass dazu keineswegs Millionen Jahre notwendig sind.[18] Interessanterweise wurden auch einige Dinosaurierknochen gefunden, bei denen der Prozess der Mineralisierung noch nicht abgeschlossen war. Unter anderem haben sie flexibles, elastisches Gewebe mit zellulären Strukturen (Proteine und Blutgefäße) enthalten. Wenn diese Knochen tatsächlich 60 Millionen Jahre und älter sind, lässt sich sehr schwer erklären, wie dieses organische Material dem Zerfallsprozess (Entropie) trotzen konnte.[19][20] Zudem hat man Dinosaurierknochen gefunden, die Eiweißfragmente enthalten. Diese sollten nach heutiger Kenntnis deutlich weniger als 1 Million Jahre erhaltungsfähig sein.[21]

Mit Gräbern übersäte Kontinente?

Die meisten Fachleute glauben, dass es seit etwa 2 Millionen Jahren Menschen gibt. Allerdings müsste dann das Bevölkerungswachstum bis in die Neuzeit hinein praktisch bei Null gewesen sein. Verglichen mit heutigen ähnlichen Kulturen ist dieses Szenario völlig unrealistisch. Wenn man schlechte bis katastrophale Lebensbedingungen für den Frühmenschen annimmt, kommt man bei einem geringen jährlichen Bevölkerungswachstum von 0,1% bereits nach 15.000 Jahren auf 8 Millionen Steinzeitmenschen. Die Erdbevölkerung müsste selbst unter ungünstigsten Bedingungen nach spätestens 23.000 Jahren schon etwa gleich groß wie heute geworden sein. Aufgrund ihrer Hinterlassenschaften wissen wir, dass die Lebensverhältnisse (Ernährungssituation und Gesundheitszustand) meistens recht gut waren, sodass man von einem noch schnelleren Bevölkerungswachstum ausgehen müsste.

Wenn man von einer minimalen Bevölkerungsdichte von nur drei Einwohnern pro Quadratkilometer ausgeht, ergibt das für einen Zeitraum von 1,5 Millionen Jahren bei einer Generationenzeit von 30 Jahren eine Gräberdichte von 0,15 Gräbern pro Quadratmeter – das bedeutet, wir müssten im Durchschnitt alle 2,6 Meter über ein prähistorisches Grab stolpern![22] Natürlich wurde nicht für jeden Menschen ein einzelnes Grab ausgehoben. Dennoch müssten die Kontinente geradezu mit Gräbern übersät sein, wenn die Geschichte der Menschheit tatsächlich zwei Millionen Jahre gedauert hätte. Dasselbe gilt in Bezug auf die Steinwerkzeuge der Steinzeitmenschen, da diese die Zeit relativ gut überdauern. Zählt man die gefundenen Werkzeuge und vergleicht sie mit der Anzahl der Personen, die dort gelebt haben müssten, dann sind es viel zu wenige.[23]

Beginn der Geschichtsschreibung

Wirklich verlässliche Nachweise für das Wirken des Menschen auf der Erde werden nicht in der Größenordnung von Millionen, sondern von Tausenden von Jahren datiert. Ungefähr 3000 v. Chr. erfanden Menschen in Mesopotamien die erste Schrift.[24] Auf der sumerischen Königsliste, einer Keilschrift-Tontafel, die um ca. 1800 v. Chr. verfasst wurde, sind (nach einem einleitenden Hinweis auf eine Sintflut) die Herrscher dieser Zeit festgehalten.[25] Der erste Herrscher der ersten Dynastie trägt den Namen "Etana der Hirte" und soll um 2800 v. Chr. regiert haben. Vor ihm stehen nur acht vorsintflutliche Könige, deren Regierungszeiten aber ungewiss sind. Diese Art Einteilung sowie die zeitliche Datierung zeigt deutliche Parallelen zur Genesis der Bibel. Auch die ägyptische Chronologie beginnt erst (sehr grob) im Jahr 3150 v. Chr. mit Pharao Menes[26] und die Chinesische um 2700 v. Chr. mit den mythischen Urkaisern.[27]

In allen drei Kulturen wird die Geschichtsschreibung an diesem Punkt mythologisch, die Herrscherfolge wird vergöttlicht und bricht dann abrupt ab. Die Tatsache, dass zuverlässige historische Aufzeichnungen sehr jungen Datums sind und dass der Mensch, so wie er heute aussieht, gemäß dem Fossilbericht plötzlich erschien, stimmt mit der Chronologie der Bibel absolut überein.

Schlussfolgerung

Es ist völlig irrig, immer einfältig anzunehmen, dass der biblische Bericht durch die Wissenschaft diskreditiert wird. Es ist lediglich so, dass viele eifrige Forscher ihre bruchstückhafte Erkenntnis schon aus Prinzip gegen die Schöpfungs-Theorie ins Feld führen, nur um die Notwendigkeit eines Schöpfers endlich zu beseitigen. Leider sieht es dabei häufig so aus, als sei der Glaube an eine junge Erde ein unendliches Kuriosum. Aber die Theorie einer kurzzeitig erschaffenen Welt ist nicht seltsamer als die derzeit allgemein anerkannte Langzeit-Kosmologie, denn auch darin gibt es zahlreiche Unstimmigkeiten.

Ich schließe mit einem Kommentar des britischen Autors Malcolm Muggeridge: "Ungeachtet des Mangels an Beweisen wird bei der Altersbestimmung den Vermutungen freier Lauf gelassen. Der Schöpfungsbericht ist vergleichsweise durchaus sachlich, und man muss zumindest anerkennen, dass er völlig mit unserem Wissen über den Menschen und sein Verhalten übereinstimmt. Die unbegründeten Behauptungen über Millionen von Jahren menschlicher Evolution und die ungezügelten Sprünge von Schädel zu Schädel können bei jemandem, der nicht im Evolutions-Mythos gefangen ist, lediglich den Eindruck purer Phantasie erwecken. Die Nachwelt wird sicher erstaunt und, wie ich hoffe, sehr belustigt sein, dass ein derart schlampiges und nicht überzeugendes Theoretisieren so schnell die Gedankenwelt des 20. Jahrhunderts gefangen nehmen konnte und in weiten Kreisen leichtfertig angewandt wurde."

Die Frage nach dem Alter der Erde entscheidet sich am Ende an der Frage, ob die Welt erschaffen wurde, oder nicht. Wenn man davon ausgeht, dass unser Planet von einem intelligenten Schöpfer stammt, könnten die Atome im iridischen Material bereits in Verhältnissen erschaffen worden sein, die wir als extrem hohes Alter interpretieren würden. Wie schon gesagt würde das nicht bedeuten, dass der Allmächtige uns in die Irre führen möchte, sondern es würde bedeuten, dass unsere Messmethoden nicht zuverlässig arbeiten. Denn die gingen dann von der falschen Annahme aus, dass die Welt vor undenklichen Zeiten durch einen einzigen, unglaublichen Zufall entstanden ist, und dass die heutigen chemischen Abläufe in der Natur schon immer so waren.

Ein Akt der Schöpfung würde dagegen bedeuten, dass alle Naturkonstanten, die Zeit an sich und auch die Halbwertszeiten der Elemente von Gott, dem Herrn der Atome, definiert wurden. Im Zuge dieser Schöpfung könnten gewaltige Raumzeit-Krümmungen und Änderungen der Naturkonstanten eine Rolle gespielt haben. Das würde die Herangehensweise unserer heutigen Wissenschaft völlig zunichte machen und zwangsläufig zu äußerst skurilen Ergebnissen führen.


Zum Weiterlesen

In den folgenden Artikeln werden ähnliche Themen behandelt:

Verwendete Literatur

[1] Jörg Starkmuth, "Die Entstehung der Realität", Arkana-Verlag, 2010, S. 81ff
[2] Vergleiche z.B. Prophet Jesaja Kapitel 40,28 oder 2. Brief des Paulus Kapitel 3,8
[3] Dr. John Hartnett, "Starlight, Time and the New Physics", Creation Book Publishers, Georgia, USA, 2007
[4] Dr. Russell Humphreys, "Starlight and Time: Solving the Puzzle of Distant Starlight in a Young Universe", MasterBooks, 1994
[5] Don DeYoung, "Thousands... Not Billions", Master Books, 2005, Green Forest, USA, Chapter 4: Helium Retention in Zircon Crystals
[6] Don DeYoung, "Thousands... Not Billions", Master Books, 2005, Green Forest, USA, Chapter 5+6
[7] Edward Boudraux, "Accelerated Radioactive Decay Rates", Proceedings of the Cosmology Conference 2003, Ohio State University
[8] Richard Kerr, "Tweaking the Clock of Radioactive Decay" (1999), Science 286 (5441), 882-883
[9] Don DeYoung, "Thousands... Not Billions", Master Books, 2005, Green Forest, USA, Chapter 8: Radioisotope Case Studies
[10] G.B. Dalrymple, "The Age of the Earth", Stanford University Press, 1991, S. 91
[11] Ph.D. Andrew A. Snelling, "Excess Argon", Institute for Creation Research, 1999
[12] Genesis Kapitel 1,6-8
[13] Don DeYoung, "Thousands... Not Billions", Master Books, 2005, Green Forest, USA, Chapter 3: Carbon-14 Dating
[14] Don DeYoung, "Thousands... Not Billions", Master Books, 2005, Green Forest, USA, Chapter 3: Carbon-14 Dating
[15] Michael J. Oard und Hank Giesecke, "Polystrate Fossils Require Rapid Deposition", CRSQ 43/4, März 2007, S. 232-240
[16] Joachim Scheven (Wort und Wissen), "Karbonstudien", Hänssler-Verlag, Stuttgart 1986, S. 31ff.
[17] Richard Fortey, "Trilobiten!", München, 2002, S. 203
[18] Derek E. G. Briggs and Amanda J. Kear, "Fossilisation of Soft Tissue in the Laboratory", Science 259, 5. März 1993, S. 1439-1442
[19] Mary Higby Schweitzer et al., "Analysis of Soft Tissue from Tyrannosaurus rex", Science 316, 13. April 2007, S. 277-280
[20] Harald Binder, "Elastisches Gewebe aus fossilen Dinosaurier-Knochen", Studium Integrale, 10/2005, S. 72-73
[21] Harald Binder, "Proteine aus einem fossilen Oberschenkelknochen von Tyrannosaurus Rex", Studium Integrale, 10/2007, S. 78-81
[22] Hansruedi Stutz, "Die Millionen fehlen", Schwengeler Verlag, 2005, S. 80
[23] Michael Brandt, "Wie alt ist die Menschheit?", Hänssler-Verlag, 2006
[24] Wikipedia.de, Eintrag "Geschichte der Schrift"
[25] Wikipedia.de, Eintrag "Sumerische Königsliste"
[26] Wikipedia.de, Eintrag "Frühdynastische Periode (Ägypten)"
[27] Wikipedia.de, Eintrag "Urkaiser Chinas"