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[time] Letzte Änderung: 8.10.2018 um 22:22 Uhr     [print] Druckversion

Prophezeiungen über Israel

Aufgrund der schwierigen politischen Situation im Nahen Osten sei erwähnt, dass ich weder für Israel noch für eines seiner Nachbarländer Partei ergreife. Ich lehne jede Art von Gewalt zur Konfliktlösung ausdrücklich ab. Dennoch nimmt Israel einen einzigartigen Platz in Gottes Plänen und Absichten ein. Das jahrtausendelange Schicksal dieses Volkes ist mit göttlicher Genauigkeit in der Bibel vorausgesagt, und ihre Geschichte und Gegenwart bestätigen lauthals die Zuverlässigkeit dieser Prophezeiungen.

Das Phänomen des jüdischen Volkes

Der Religionsverächter Friedrich der Große, seines Zeichens König von Preußen, wollte einmal einen seiner Untergebenen in Verlegenheit bringen und fragte: "Nenne Er mir einen einzigen Gottesbeweis, aber kurz, in drei Worten!" Da soll der kluge Mann einen Schritt vorgetreten sein und sich mit den Worten verbeugt haben: "Majestät, die Juden!"[1]

Der berühmte Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel, der versuchte, die gesamte Wirklichkeit einschließlich ihrer geschichtlichen Entwicklung zusammenhängend zu deuten, soll gesagt haben: "Meine Philosophie erklärt alles außer die Juden."

Zerstreuung unter die Völker

Gott hat an vielen Stellen der Bibel vorausgesagt, dass die Juden verfolgt und unter die Nationen zerstreut werden, wenn sie böse Wege einschlagen und nicht der Stimme des Herrn gehorchen:

"Und der Herr wird euch unter die Völker zerstreuen, und es wird eine geringe Zahl von euch übrigbleiben unter den Heiden, zu denen euch der Herr hinwegtreiben wird."
– 5. Buch Mose 4,27

"Und du wirst zum Entsetzen werden, zum Sprichwort und zum Gespött unter allen Völkern, zu denen der Herr dich vertreiben wird."
– 5. Buch Mose 28,37

"Denn der Herr wird dich unter alle Völker zerstreuen von einem Ende der Erde bis zum anderen […] Dazu wirst du unter diesen Heiden keine Ruhe haben und keine Rast finden für deine Fußsohlen; denn der Herr wird dir dort ein bebendes Herz geben, erlöschende Augen und eine verzagende Seele. Dein Leben wird vor dir an einem Faden hängen; Tag und Nacht wirst du dich fürchten und deines Lebens nicht sicher sein."
– 5. Buch Mose 28,64-66

Das Volk der Juden ist mehrfach zerstreut worden. Die letzte und endgültige Zerstreuung geschah im Jahr 70 n. Chr., als Jerusalem vom römischen Feldherrn Titus zerstört wurde und die überlebenden Juden sich buchstäblich unter alle Nationen verteilten, wo sie den größten Teil der seither vergangenen zwei Jahrtausende zugebracht haben. Überall mussten sie Verfolgung und Diskriminierung erdulden, wobei ein trauriger Höhepunkt wahrscheinlich die Judenverfolgung unter Adolf Hitler war. Die Schrecken der Nazi-Konzentrationslager hätten in der Prophezeiung kaum eindrücklicher dargestellt werden können.

Eine weitere biblische Voraussage über dieses Volk besagt jedoch, dass die Juden trotz ihrer Zerstreuung niemals ihre nationale Identität verlieren werden, sondern als besondere und geschlossene Nationen erhalten bleiben:

"Siehe, ein Volk, das abgesondert wohnt und nicht unter die Heiden gerechnet wird."
– 4. Buch Mose 23,9

Das scheint widersinnig zu sein, denn wenn ein Volk erobert und geschlagen wird und seine Überreste in Gefangenschaft geraten und weggeführt werden, dann löst es sich normalerweise mit der Zeit durch Mischehen und Aussterben auf und wird von den Völkern, unter denen es lebt, assimiliert. Mit den Juden geschah das jedoch nicht. Obwohl sie von den Nationen förmlich verschluckt wurden, hat sich dieses bemerkenswerte Volk über die Jahrtausende hinweg niemals aufgelöst. Der gegenwärtige geistliche Zustand der Juden ist ebenfalls vorausgesagt:

"Denn die Kinder Israels werden viele Tage ohne König bleiben und ohne Fürsten, auch ohne Opfer, ohne Bildsäule, ohne Ephod und ohne Teraphim."
– Prophet Hosea, Kapitel 3,4

Israel sollte lange Zeit ohne königliche Dynastie sein und keinen Tempel, keinen Hohenpriester und keinen Altar für seine Opfer haben (Das Ephod war ein Kleidungsstück des Hohenpriesters), aber auch frei sein vom Götzendienst (Gedenksteine und Teraphim waren Götzen). Der Zustand der Juden während der letzten 2000 Jahre könnte nicht treffender beschrieben werden.

Wiedergeburt eines Staates

Die Bibel hat auch vorhergesagt, dass die Juden wieder in ihr Land zurückkehren und ihren eigenen Staat haben würden, auch wenn sie noch nicht Gott gehorchen und immer noch Jesus als den Messias ablehnen:

"Ich [Gott] will euch aus den Heidenvölkern herausholen und aus allen Ländern sammeln und euch wieder in euer Land bringen."
– Prophet Hesekiel, Kapitel 36,24

Im Jahr 1948 wurde der Staat Israel neu gegründet, was wenige Jahrzehnte zuvor kaum jemand für möglich gehalten hätte. Seitdem hat Israel wieder ein eigenes Territorium mit einer Regierung, einer Flagge, Briefmarken, einer Armee und einem Schulsystem. Aus mehr als 140 verschiedenen Ländern und aus allen Kontinenten kehren heute, direkt vor unseren Augen, Juden nach Israel zurück.[2]

Die wichtigste Exportware Israels sind Zitrusfrüchte, und die israelische Stadt Jaffa ist weltweit für ihre Orangen bekannt. Angesichts der folgenden Prophezeiung ist das eine hochinteressante Tatsache:

"In zukünftigen Zeiten wird Jakob Wurzel schlagen, Israel wird blühen und grünen, und sie werden den ganzen Erdkreis mit Früchten füllen."
– Prophet Jesaja, Kapitel 27,6

Jahrhunderte lang war Palästina eine öde Gegend, doch heute prangen die Berge Israels durch die Programme zur Wiederaufforstung von Millionen frischer Bäume. Jesaja hat einst prophezeit:

"Statt der Dornen werden Zypressen wachsen und statt der Hecken Myrten ..."
– Prophet Jesaja, Kapitel 55,13

Wenn man bedenkt, wie unbedeutend dieser semitische Volksstamm einst war, der von den Ägyptern verächtlich Sandwanderer genannt wurde, kann man nur staunen, welch große Bedeutung Israel heute in der Welt hat. Israel hat nicht nur eine bedeutende Stellung in Wissenschaft, Religion und Wirtschaft, sondern ist einer der wichtigsten Faktoren für die ganze Weltpolitik. Diese Bedeutung steht in keinem Verhältnis zur winzigen Größe dieses Staates, was Israel wiederum zu einem einzigartigen Volk unter den Nationen der Welt macht.

Ein Taumelkelch für alle Völker

Die heutige ständige Bedrohung Israels durch seine arabischen Nachbarländer sowie die antiisraelischen Tendenzen der Weltpolitik deuten offenbar auf die Erfüllung einer weiteren biblischen Prophezeiung hin: Dem Staat Israel ist eine schlimme Zeit heftiger Konflikte angekündigt, wobei die Stadt Jerusalem der Zankapfel der Völker ist:

"Siehe, ich mache Jerusalem zum Taumelkelch für alle Völker ringsum, und auch über Juda wird es kommen bei der Belagerung Jerusalems. Und es soll geschehen an jenem Tag, dass ich Jerusalem zum Laststein für alle Völker machen werde; alle, die ihn heben wollen, werden sich gewisslich daran wund reißen; und alle Heidenvölker der Erde werden sich gegen es versammeln."
– Prophet Sacharja, Kapitel 12,2-3

Die zahlenmäßig weit überlegene arabische Liga, zu der unter anderem Ägypten, Irak, Jordanien, Saudi-Arabien und Syrien gehören, hat bereits mehrfach erfolglos versucht, den neuen Judenstaat zu vernichten. Zuerst musste Israel noch in der Nacht der Staatsgründung einen erbitterten Unabhängigkeitskrieg führen, konnte sich aber verteidigen. Beim zweiten Versuch, dem so genannten Sechs-Tage-Krieg des Jahres 1967, gelang es dem israelischen Militär erneut, den Feind zurückzuschlagen und dabei sogar die Altstadt Jerusalems einzunehmen. Zuvor war Ost-Jerusalem noch unter jordanischer Herrschaft. Zum ersten Mal seit über 2.000 Jahren befindet sich Jerusalem damit wieder unter jüdischer Kontrolle. In einem dritten Versuch rückten die arabischen Länder, wohl immer noch rasend vor Wut, an Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag des Jahres 1976, gegen Israel vor. Nach schlimmen Verlusten konnte aber auch dieser unehrenhafte Angriff zurückgeschlagen werden.

Leider müssen wir aufgrund von Sacharjas Prophezeiung davon ausgehen, dass Israel in Zukunft der Dreh- und Angelpunkt noch weiterer, wesentlich schlimmerer Konflikte werden wird. Wenn sich "alle Heidenvölker der Erde" gegen Israel versammeln, ist das womöglich der Auslöser eines neuen Weltkrieges.

Schlussfolgerung

Da die Geschichte der Juden so detailliert und exakt in der Bibel vorausgesagt ist, trifft der Ausspruch des ehemaligen englischen Generalstaatsanwalts und Lordkanzlers Thomas Erskine ins Schwarze: "Auch wenn alle anderen Zeugnisse für die Wahrheit der Bibel auf den Grund des Meeres versenkt würden, wären die weltweite Zerstreuung der Juden, ihre beispiellosen Leiden und ihre wunderbare Bewahrung ausreichend, um die Wahrheit der Bibel zu belegen."[3]


Zum Weiterlesen

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Verwendete Literatur

[1] "Many Infallible Proofs", Arthur T. Pierson, Chicago, 1886, S. 59
[2] "Ist die Bibel die Wahrheit?", William MacDonald, Betanien-Verlag, Bielefeld, 2002
[3] "God Spake All These Words", James Hall Brookes, St. Louis, 1895, S. 42