Ewan McGregor als Jedi-Meister Obi-Wan Kenobi ("Star Wars Episode III: Revenge of the Sith", (c) Lucasfilm Ltd.)

[time] Letzte Änderung: 25.2.2020 um 17:07 Uhr     [print] Druckversion

Star Wars – Vertraue der Macht

"Unsere Begegnung war kein Zufall. Nichts geschieht zufällig."
– Jedi-Meister Qui-Gon Jinn


Die Wege der Macht

Der Jedi-Ritter Obi-Wan Kenobi befindet sich mit seinem Schüler Luke Skywalker auf einer Reise an Bord des Millennium Falcon. Luke will von dem alten Mann die Wege der Macht lernen, diesem "mystischen Energiefeld", das alles umgibt und das Universum zusammenhält. Dabei versucht Luke, mit seinem Laserschwert die Schüsse eines Trainingsdroiden abzuwehren. Captain Han Solo schaut ungläubig zu. Plötzlich feuert der Traindingsdroide einen blutroten Laserstrahl präzise auf Lukes Bein, worauf Han spöttisch reagiert:[1]

Han Solo: "Antiquierte Waffen und Religionen können es nicht mit einem guten Blaster aufnehmen, Junge."

Luke Skywalker: "Sie glauben wohl nicht an die Macht."

Han Solo: "Junge, Ich bin von einem Ende dieser Galaxis bis zum anderen geflogen. Ich habe allerhand merkwürdige Dinge gesehen, aber noch nie etwas, das mich davon überzeugt hat, dass es eine allmächtige Macht gibt, die alles beherrscht. Mein Schicksal jedenfalls wird nicht von einem mystischen Energiefeld beherrscht. Nichts als simple Tricks und Unsinn."

Obi-Wan Kenobi: "Ich schlage vor, du versuchst es noch einmal, Luke. Und kümmere dich nicht um dein bewusstes Selbst. Folge deinen Instinkten. [...] Lass dich von deinen Gefühlen leiten."

Luke steht wie festgefroren da. Dann feuert der Droide wieder – und Luke wehrt jeden einzelnen Schuss präzise mit dem Schwert ab.

Han Solo: "Das ist eben Glück."

Obi-Wan Kenobi: "Nach meiner Erfahrung gibt es so etwas wie Glück nicht."

Luke Skywalker: "Wissen Sie, ich habe etwas gespürt. Ich konnte diese Kugel beinahe sehen."

Obi-Wan Kenobi: "Das ist gut! Du hast den ersten Schritt in eine größere Welt getan."


Was für ein Kontrast: Han Solo, der rational denkende Atheist, der stets sein eigener Herr bleiben will und sich seinen Lebensweg zur Not mit der Blasterkanone frei ballert – und dagegen der junge Skywalker, der bereit ist, die Kontrolle über sein Leben abzugeben und sich von der Macht leiten zu lassen, obwohl er noch so wenig über sie weiß. Die Jedi lehren ihre Padawan-Schüler, dass alles im Universum einem übergeordneten Plan folgt, den sie in ihrem begrenzten Verständnis den Willen der Macht nennen. Indem Luke sich für die Macht öffnet, beginnt er, seiner Bestimmung zu folgen. Sein früheres Leben auf dem trostlosen Wüstenplaneten Tatooine ist vorbei. Jetzt lebt er für ein höheres Ziel.

Vertrauen in das, was man nicht sieht

Luke Skywalkers Bestimmung zeigt sich sehr deutlich während des bald darauf erfolgenden Angriffs auf den Todesstern, der Kampfstation des bösen galaktischen Imperiums. Eine Öffnung hat die überdimensionale Raumstation, nicht breiter als ein Lüftungsschacht, die direkt zum Reaktorkern führt. Ein Protonentorpedo, exakt dort hinein platziert, würde die gesamte Station vernichten. Der Allianz der Rebellen bleibt nichts anderes übrig, als den Versuch zu wagen. Luke startet als Pilot dieses gewagten Kommandos.

Eine kleine Staffel aus X- und Y-Wing-Jägern greift die gigantische Kampfstation an, mit direktem Kurs auf den Reaktorschacht. Doch ein mutiger Rebellenpilot nach dem anderen wird von den schnellen TIE-Jägern des Feindes ins Vakuum befördert. Schließlich verbleibt nur Luke Skywalker. Das Schicksal der Galaxis liegt in seinen zitternden Händen, denn wenn dieser Angriff fehlschlägt, wird die Kampfstation alles vernichten, was gut und gerecht ist im Universum. An Lukes Heck kleben bereits drei TIE-Jäger und decken ihn mit grünen Laserstrahlen ein, während er mit den Torpedo-Zielgeräten die Schwachstelle der Station treffen muss. Dieses Unterfangen hat bereits vielen Freunden das Leben gekostet. Auf einmal erschallt die Stimme des mittlerweile verstorbenen Obi-Wan in seinem Kopf.

Obi-Wan Kenobi: "Vertraue der Macht, Luke. Gib dich der Macht hin. Luke! Vertraue mir."

Der junge Mann schaltet die Zielgeräte seines X-Wings ab, auf die zuvor all seine Kameraden so verbissen vertraut haben. In der Kommandostation der Rebellen-Allianz beginnt man, sich Sorgen zu machen, denn niemand hält es für möglich, ohne Zielcomputer den Luftschacht des Todessterns zu treffen. Beängstigende Stille. Luke steuert weiter auf den Reaktorschacht zu, mit geschlossenen Augen auf die Wege der Macht vertrauend, und feuert seine Torpedos ab. Sekunden später explodiert der Todesstern dumpf dröhnend in einem gleißenden Feuerball.

Han Solo: "Toller Schuss Junge; ein Millionentreffer!!!"

Luke hat seinen Zielcomputer und damit sein rationales, simples Verständnis der Dinge verworfen. Nachdem so viele Rebellen-Piloten ihr Leben gelassen haben, verstand er, dass die Möglichkeiten der Technik und des menschlichen Wollens in manchen Situationen nicht ausreichen. Darum war Luke bereit, sich helfen zu lassen und auf Obi-Wan und die Macht zu vertrauen.

Eins mit der Macht

In der Realität steht jeder einzelne Mensch vor einer ähnlichen Herausforderung. Wir neigen dazu, Probleme auf die schnellstmögliche und angenehmste Art zu lösen, völlig egal, ob anderen dadurch Nachteile entstehen. Man schlägt sich durch die Welt und macht "sein eigenes Ding". Das ist im Grunde Egoismus, Habgier und Herzenskälte. Die meisten Erdenbewohner haben keine Verbindung zu der "höheren Macht", die unserem Leben Sinn und Ziel verspricht; die Probleme vielleicht auf eine ganz andere Art zu lösen vermag. Es ist der Schöpfer des Universums, der unsere Welt zusammenhält, der die Essenz des Lebens ist und durch den alles existiert.[2] Nach der Bibel sucht dieser Gott die Beziehung zu uns, will uns im Leben zur Seite stehen und uns zeigen, wofür er uns erschaffen hat; wozu er uns gedacht hat. Er ist die wahre "Macht". Es ist an uns, ob wir uns auf ihn einlassen oder nicht.

[img=starwars-jedi-ghosts.jpg]Das Leben wird dadurch nicht unbedingt einfacher. Ein Jedi lernt im Verlauf seiner Ausbildung zahlreiche schmerzhafte Lektionen. Wer die Bibel liest, wird schnell merken, dass Gott uns durch diese alten Texte ebenfalls etwas zeigen möchte: Wo wir uns im Leben schlechten Einflüssen aussetzen, wo wir (seelisch) krank sind, ohne es zu merken, oder wo wir das Geschenk des Lebens verachten. Vielleicht müssen wir uns eingestehen, dass wir selbst schwach und unsere Möglichkeiten begrenzt sind. Dann haben wir die Zusage des Allmächtigen: "Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig".[3] Gott möchte an uns arbeiten, uns heilen und zu immer besseren Menschen machen. Demut, Gelassenheit, Weisheit, Liebe – die Tugenden eines Jedi-Meisters erlernt man nicht von heute auf morgen.

Trotz allem muss selbst der mächtigste Jedi eines Tages sterben. Glücklicherweise endet damit nicht die Beziehung zu dieser göttlichen Macht. Ganz im Gegenteil: Wie Obi-Wan nach seinem Tod "eins mit der Macht" wurde, so haben auch wir, wenn wir unser Vertrauen auf den Gott der Bibel setzen, begründete Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod. Dann wird es keine Trauer, keinen Schmerz und keinen Tod mehr geben.[4]

Obi-Wan Kenobi: "Vergiss nicht: Die Macht wird mit dir sein. Immer."

"[Jesus spricht:] Ich bin die Auferstehung, und ich bin das Leben. Wer mir vertraut, der wird leben, selbst wenn er stirbt. Und wer lebt und mir vertraut, wird niemals sterben. Glaubst du das?"
– Evangelium nach Johannes, Kapitel 11,25+26


Zum Weiterlesen

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Verwendete Literatur

[1] "Star Wars: Episode IV: A New Hope", George Lucas, 1977
[2] Die BIbel, Apostelgeschichte Kapitel 17, 27+28
[3] Die BIbel, 2. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 12,9
[4] Die BIbel, Offenbarung Kapitel 21, 4